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Keysight präsentiert ETSI-Standard für Secure Boot auf der electronica

Der neue Standard EN 304 623 hilft Herstellern, die strengen Vorgaben des Cyber Resilience Act zu erfüllen.

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Keysight präsentiert ETSI-Standard für Secure Boot auf der electronica

Auf der diesjährigen electronica (Stand A4-506) stellt Keysight Technologies seine Beiträge zur Bewältigung des bevorstehenden EU Cyber Resilience Act (CRA) in den Fokus. Um Hersteller bei der Umsetzung der strengen Cybersicherheitsvorgaben zu unterstützen, hat das Unternehmen aktiv an der Entwicklung des neuen ETSI-Standards EN 304 623 für Secure Boot Manager mitgewirkt. Da der Systemstart die erste Verteidigungslinie eines vernetzten Geräts darstellt, sorgt ein sicherer Bootmanager dafür, dass ausschließlich vertrauenswürdiger Code ausgeführt wird. Der Normenentwurf, dessen formale Veröffentlichung für 2027 erwartet wird, übersetzt komplexe regulatorische Erwartungen in 99 überprüfbare Sicherheitsanforderungen und standardisierte kryptografische Schutzmaßnahmen.

Praxiserprobte Sicherheitstests und Fehler-Injektion
Keysights Beitrag zu diesem Standard basiert auf den tiefgreifenden Erfahrungen seines Device Security Labs, das Secure-Boot-Implementierungen gezielt auf fortgeschrittene Angriffstechniken wie Fault Injection testet. Laut Marc Witteman, Technical Director bei Keysight, sind Bootmanager ständigen Bedrohungen auf Hardware-, Firmware- und Netzwerkebene ausgesetzt, weshalb die branchenweite Zusammenarbeit unerlässlich war. Durch die Kombination aus diesem neuen regulatorischen Rahmenwerk und Keysights praktischer Test-Expertise können Hersteller eine lückenlose „Chain of Trust“ (Vertrauenskette) aufbauen und robuste, CRA-konforme Produkte effizienter bis zur Marktreife entwickeln.

Zusätzlicher Kontext: Hardware-basierte Vertrauensketten und Fault Injection
Dieser Abschnitt beschreibt kryptografische Prinzipien und Hardware-Angriffsvektoren, die nicht in der ursprünglichen Pressemitteilung enthalten sind.

In der Embedded-Sicherheit bildet der "Secure Boot"-Prozess das Fundament der sogenannten "Root of Trust" (RoT). Dabei wird der allererste Code, der beim Einschalten eines Mikrocontrollers ausgeführt wird, aus einem unveränderlichen ROM (Read-Only Memory) geladen. Dieser Code überprüft die kryptografische digitale Signatur des nachfolgenden Bootloaders über öffentliche Schlüssel, die in eFuses oder sicheren Speicherelementen (Secure Elements) fest verdrahtet sind. Erst nach erfolgreicher Verifizierung wird die Kontrolle an die nächste Stufe übergeben, wodurch eine ununterbrochene Vertrauenskette (Chain of Trust) bis hin zum Betriebssystem entsteht.

Hacker versuchen häufig, diesen kritischen Verifizierungsschritt durch "Fault Injection" (Fehlerinjektion) zu umgehen. Bei dieser Technik werden präzise getimte physikalische Störungen – etwa extrem kurze Spannungseinbrüche (Voltage Glitching), elektromagnetische Impulse (EMP) oder Laserbeschuss auf das Silizium – eingesetzt, um den Prozessor exakt in dem Taktzyklus zu stören, in dem er das Ergebnis der Signaturprüfung auswertet. Ein erfolgreicher Glitch kann dazu führen, dass der Chip einen bedingten Sprungbefehl falsch ausführt und manipulierte Malware lädt, obwohl die kryptografische Signatur eigentlich ungültig war. Daher müssen CRA-konforme Bootmanager nicht nur softwareseitig sicher programmiert sein, sondern auf Siliziumebene auch eine nachweisbare Resilienz gegen derartige physikalische Hardware-Manipulationen aufweisen.

Bearbeitet von einem Industrie-Journalisten, Lekshman Ramdas, mit KI-Unterstützung.

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