Infineon und Flex entwickeln Zonencontroller-Kit für SDVs
Infineon Technologies AG und Flex stellen auf der CES 2026 ein modulares Zonencontroller-Entwicklungskit vor, das die Entwicklung softwaredefinierter Fahrzeuge durch flexible E/E-Architekturen beschleunigen soll.
www.infineon.com

Kontext der Zusammenarbeit
Infineon Technologies AG und Flex bauen ihre bestehende Zusammenarbeit aus, um die wachsenden Anforderungen softwaredefinierter Fahrzeuge (SDVs) zu adressieren. In zonenbasierten E/E-Architekturen übernehmen Zonensteuergeräte (Zone Control Units, ZCUs) die Verbindung und Versorgung zahlreicher, je nach Fahrzeugplattform variierender Peripheriegeräte. Diese Heterogenität führt in der Praxis häufig zu überdimensionierten oder unzureichend angepassten ZCU-Designs. Ziel der Kooperation ist es, einen skalierbaren Entwicklungsansatz bereitzustellen, der diese Variabilität technisch und wirtschaftlich abbilden kann.
Technische Lösung und Aufgabenverteilung
Das gemeinsam entwickelte Zonencontroller-Entwicklungskit basiert auf einem Baukastenkonzept mit rund 30 wiederverwendbaren Hardware-Bausteinen. Es ermöglicht die flexible Konfiguration unterschiedlicher ZCU-Varianten in kurzen Entwicklungszyklen. Infineon bringt dafür sein Automotive-Halbleiterportfolio ein, darunter AURIX™-Mikrocontroller, OPTIREG™-Stromversorgungen sowie PROFET™- und SPOC™-Smart-Power-Switches. Flex übernimmt Design, Systemintegration und Industrialisierung der Plattform.
Ergänzt wird die Hardware durch einen Software-Stack mit Beiträgen von Vector, der Funktionen für Embedded Software, Test und Integration abdeckt. Technisch unterstützt das Kit zentrale Zonensteuerungsfunktionen wie Überstrom- und Überspannungsschutz, I²t-Überwachung, sicheres Datenrouting mit Hardware-Beschleunigern, A/B-Swap für Over-the-Air-Updates sowie integrierte Cybersicherheitsmechanismen.
Implementierung und Skalierbarkeit
Die Design-Plattform stellt für die frühe Evaluierung mehr als 50 Stromverteilungs-, über 40 Konnektivitäts- und zehn Laststeuerungskanäle bereit. Für Anwendungen mit hoher E/A-Dichte und Rechenanforderungen ist ein Plug-on-Modul mit zwei Mikrocontrollern vorgesehen. Anwender können mit dieser sogenannten Superset-Architektur starten und das Design anschließend auf eine oder zwei kostengünstigere MCUs reduzieren. Dieser Ansatz erlaubt es, die Stückliste zu optimieren, ohne Entwicklungszeit oder Funktionsumfang zu beeinträchtigen.
Anwendungsnutzen und erwarteter Effekt
Durch die modulare Struktur adressiert das Entwicklungskit typische Herausforderungen zonenbasierter Fahrzeugarchitekturen, darunter verkürzte Entwicklungszyklen, reduzierte Hardwarekomplexität und bessere Anpassbarkeit an unterschiedliche Fahrzeugplattformen. Die Vorvalidierung der Hardware soll zudem Integrationsaufwand und Projektrisiken in frühen Entwicklungsphasen senken.
Das Zonencontroller-Entwicklungskit wurde auf der CES 2026 in Las Vegas vorgestellt. Vorbestellungen sind möglich, der Versand ist für Ende des ersten Quartals 2026 vorgesehen.
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